Holderküchle




Ende Mai und Anfang Juni ist jedes Jahr die Holunderblüte. Sambucus nigra L. ist seit der Antike als Heilpflanze bekannt, Ihr Arzt weiß wahrscheinlich nichts mehr davon, aber Ihr apotheker. Dieser nitrophile Strauch wächst spontan am Wegrand, in Hecken, hinter Scheunen, bei Ruinen. Die Schwaben wissen, wie man köstliche Küechle daraus macht, wohl auch die Bayern und die Österreicher.
Freund Volker berichtet, seine Frau, eine echte Schwäbin aus Söflingen, habe sie ihm 27 Jahre lang versprochen aber wenn sie sich dann entschieden hatte, war die Saison schon vorbei. Er konnte die Holderküechle schließlich doch noch genießen. In Italien, in einem Restaurant in Meran.

Hier das Rezept :

Pflücken Sie pro Person zwei große, feste Dolden. Drehen Sie sie um, damit sie nicht die von Blattläusen bewohnten Exemplare erwischen. In der Küche bereitet man einen leichten Pfannkuchenteig vor, Mehl, Ei, Milch, eine Prise Salz ; manche gießen etwas Bier oder Sprudel hinzu. In einer großen Pfanne erhitzt man einen Fingerbreit Öl. Man nimmt die Dolde am Stiel und tunkt sie tief in den Teig, dann drückt man sie im heißen Öl breit auseinander. In der Pfanne haben etwa zwei oder drei Küechle Platz. Wenn sie unten schön braun und knusprig gebraten sind, nimmt man sie am Stiel heraus und legt sie auf absorbierendes Küchenpapier.
Wer's nicht kennt, wird überrascht von der feinen verbindung des knusprigen Küchleins mit dem Parfum des Pollens und der Blüte. Für weight watchers verboten. Holderküechle sind kein Dessert, sondern eine kleine Zwischenmahlzeit am spätnachmittag.

Dazu genießt man am besten einen räsen Most oder einen trockenen Weißwein bzw. Sekt, zB. Einen Mousseux de Saumur.

Bon appetit